Noopept: Ein besseres Racetam? Wirkung & Eigenschaften erklärt

noopept verpackung

Noopept kommt aus Russland

Noopept ist ein Nootropikum, welches in den 70er Jahren von russischen Forschern entwickelt wurde.

Es wird häufig mit dem Antidementivum "Piracetam" verglichen, da es ihm in der Struktur und Wirkungsweise sehr ähnlich ist.

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Es verspricht verbesserungen in den Folgenden Bereichen: Gedächtnis, Konzentration, und Lernvermögen.

Neben seinem Einfluss auf die Denkfähigkeit, hat es noch andere Vorzüge:

Es wird in manchen Ländern wegen seiner neuroprotektiven Eigenschaften verschrieben, welche das Gehirn vor dem Verfall der geistigen Leistung schützen sollen.

Gegenüber den klassischen Racetamen erhält es beim Kauf häufig den Vorzug, da es günstiger ist und eine stärkere Wirkung besitzt.

Andere Bezeichnungen: N-Phenylacetyl-L-Prolylglycin Ethyl Ester, GVS-111, Ноопепт

Wichtiges auf einen Blick

Gut für:

gedaechtnis

Gedächtnis

konzentration

Konzentration

lernen

Lernen

  • Noopept wurde von russischen Forschern entwickelt, um das Denkvermögen geschädigter Gehirne wiederherzustellen.
  • Nootropische Eigenschaften: Verbessertes Lern- und Erinnerungsvermögen, klarer Verstand, und Steigerungen im Kurz- und Langzeitgedächtnis.
  • Ähneld Piracetam, hat aber eine stärkere Wirkung und ist kostengünstiger.
  • Schützt das Gehirn vor Verfall und Abnahme der Denkfähigkeit.
  • Dosis: 10 - 30 mg pro Tag, evtl. zusammen mit Cholin.
  • Mehrere Wirkungsmechanismen, welche nicht vollständig verstanden sind.
  • Es wird als sehr sicher eingestuft, und ist nahezu frei von Nebenwirkungen.
  • Aufgrund seiner neuroprotektiven Wirkung, wird es in mehreren Ländern gegen altersbedingte Gehirnstörungen (z.B. Alzheimer) verschrieben.
  • Falls es zum "Konsum" erworben wird, fällt es unter das Arzneimittelgesetz, und darf nicht verkauft werden (Deutschland).

Geschichte

Ursprünglich wurde Noopept entwickelt, um die Funktion von Gehirnen wiederherzustellen, welche durch übermäßigen Alkoholkonsum geschädigt wurden.

Das Peptid wurde in den 70er Jahren von dem russischen Pharmahersteller "JSC LEKKO" hergestellt und im Jahre 1995 sowohl in den USA, als auch in Russland patentiert. Mittlerweile sind beide Patente ausgelaufen.

reagenzgläser

In Russland und angrenzenden Staaten ist es als verschreibungspflichtige Substanz erhältlich, und offiziell als "Stoff mit neuroprotektiver Wirkung" anerkannt.

In den Vereinigten Staaten und Europa wurde es von der Food and Drug Administration und European Medicines Agency bisher nicht als Nahrungsergänzungsmittel zugelassen.

Hinweis zur Dosierung

Es sollte mit einer kleinen Menge angefangen werden, da Noopept sehr potent ist. Die Dosis kann dann mit der Zeit erhöht werden.

5mg ist eine gute Menge für Anfänger, die öfters pro Tag eingenommen werden kann, je nachdem wie man sich fühlt.

Normalerweise wird eine Tagesdosis von 10 bis 30mg empfohlen. Bei dieser Menge sollten sich die besten Ergebnisse bemerkbar machen.

10mg Tabletten By Themoreyouno CC BY-SA 3.0 , via Wikimedia Commons - Link

Ein Wert von 60-100mg sollte nicht überschritten werden, da sich sonst leichte Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen entfalten können.

Das Abwiegen des Pulvers ist nicht ganz leicht, hierzu eignen sich spezielle Messlöffel (Microscoops), ​welche exakt 10mg aufnehmen können.

Es ergibt Sinn, Noopept mit einer Cholinquelle zu kombinieren, da Cholin einige der Nebenwirkungen unterdrückt und eine Vielzahl von nootropischen Eigenschaften mit sich bringt.

Peptide besitzen allgemein eine geringe Bioverfügbarkeit, d.h. sie werden nicht vollständig vom Körper aufgenommen. Mittlerweige gibt es auch flüssige Noopept-Lösungen, die nasal oder sublingual eingenommen werden, da sie dort eine größere Wirkung entfalten.

Wirkung & Nutzen

Erinnerungsvermögen & Gedächtnis

In Nagetieren, denen einzelne und Ganztages-Dosen von 0,5mg/kg Körpergewicht verabreicht wurden, konnte eine erhöhte Produktion der Nervenwachstumsfaktoren NGF und BDNF beobacht werden; diese spielen bei der Erneuerung und dem Wachstum von Nervenzellen eine wichtige Rolle.

erinnerungsvermögen

Die Merkfähigkeit erhöht sich

Die Autoren dieser Studie nehmen an, dass die Vermehrung dieser Faktoren (Neutrophe Faktoren) einer der Gründe für die verbesserte Gedächtnisleistung (im Zusammenhang mit der Noopept-Einnahme) ist. (1)

In weiteren Nachforschungen wird auf Verbesserungen im Langzeitgedächtnis von Ratten hingewiesen. (2)

Angstauflösende Wirkung

Man geht davon aus, dass Noopept eine anxiolytische​ Wirkung besitzt. Jedoch wurde diese bisher nur bei Personen bestätigt, die häufig und Angstgefühlen leiden. (3)

Neuroprotektive Wirkung

Es konnte eine allgemeine neuroprotektive Wirkung in Nagetieren festgestellt werden, welchen Noopept injiziert wurde. (4)

​Wissenschaftler gehen davon aus, dass es das Gehirn vor oxidativen Schäden (z.b. durch Alkoholkonsum) bewahrt. (7)

demenz

Schutz vor Gehirnerkrankungen?

Depressionen

Im Moment gibt es Zwei Studien (Tierversuche), in denen ein Anti-Depressiva-Effekt zu beobachten war. Jedoch wurden die Ergebnisse nicht vollständig ausgewertet. (5)(6)

Alzheimer

Es könnte sich Wirksam bei der Behandlung von Alzheimer erweisen, da es bei der Reparatur von Zellen und Bindestellen der Rezeptoren hilft. (8)(9)

Wirkungsweise

Noopept ​steht der Stoff-Gruppe der Racetame nahe, und teilt viele ihrer Wirkungsmechanismen.

Gehirnwellen

Die Gehirnwellen stehen eng mit unseren kognitiven Zuständen in Verbindung. In einigen Gehirnregionen konnte eine erhöhte Aktivität der Alpha- und Beta-Wellen festgestellt werden.

Hier eine Grafik zur Veranschaulichung:

gehirnwellen

Bildliche Darstellung unserer Gehirnwellen - Bild @ hemi-sync.de

Glutamat

Glutamat ist einer der wichtigsten Neurotransmitter (Überträgersubstanzen), welcher u.a. in den motorischen Fähigkeiten und geistigen Wahrnehmung des Menschen eine große Rolle spielt.

In größeren Konzentrationen kann es eine neurotoxische Wirkung entfalten, was zum Absterben von Gehirnzellen führt, und im Zusammenhang mit Erkrankungen wie Autismus oder Alzheimer steht.

Noopept scheint die toxische Wirkung des Glutamats zu hemmen. (11)

Neuronale Plastizität

oxidativer stress

Oxidativer Stress

Es konnte eine erhöhte Neuronale Plastizität ermittelt werden, welche bedeutend für alle Lern- und Denkvorgänge ist. (12)

Antioxidans

​Noopept schützt die Gehirnzellen vor oxidativen Schäden wie z.B. Apoptose (Zelltod). (13)

Endogene​

Erhöht die Konzentration verschiedener Endogene, ​wie z.b. Cyclo-L-Propylclycin, was zu einem gesteigerten NGF- (Nervenwachstumsfaktor) und BDNF-Wert führt.

Diese beiden Proteine spielen eine große Rolle beim Wachstum und Abgrenzung verschiedener von Neuronen und Synapsen. (15)

Nebenwirkungen & Toxizität

In diversen Studien konnten keine nennenswerten Nebenwirkungen beobachtet werden.

Im direkten Vergleich zu Piracetam, wurden bei den Probanden 1.8 Mal so wenige unerwünschte Nebeneffekte festgestellt. (3)

Genau wie bei den Racetamen, weist Noopept kein Abhängigkeitspotential oder immuntoxische Wirkungen auf.

Nur bei übertrieben Dosen (>60mg) kann Müdigkeit, Unmotiviertheit, und leichte Kopfschmerzen auftreten.

pillen side effects

Keine Nebenwirkungen?

Aufgrund seiner hohen Bioverfügbarkeit wird es vom Körper vollständig absorbiert und ruft keine Magen-Darm-Beschwerden auf, darüber hinaus kann es die Blut-Hirn-Schranke problemlos passieren.

Bei chronischer Anwendung könnte sich der Blutdruck leicht anheben, was aber nur bei Personen mit bestehenden Herz-Kreislauf Problemen bedenklich ist. Deswegen wird empfohlen, den Konsum nach ein paar Monaten für einige Wochen abzusetzen.

Da es keine Studien zur Anwendung in der Schwangerschaft oder Stillzeit gibt, wird hier von der Einnahme abgeraten.

Wenn noch andere Medikamente eingenommen werden, sollte man sich vergewissern, dass keine Wechelwirkungen möglich sind, oder ärztlichen Rat einholen.

Toxizität

In Nagetieren, denen eine Menge von 10mg/kg Körpergewicht zugeführt wurde, war keine giftige Wirkung zu sehen.

Das gleiche Messverhältnis entspricht bei Menschen einer Dosis von ca. 2,4mg/kg (170mg bei einer 70kg Person). Bei dieser Menge konnten ebenfalls keine Nebenwirkungen gefunden werden, und es wurde sogar eine neuroprotektive Wirkung bemerkbar.

Legalität

Wird es in Deutschland zum Konsum erworben, fällt es unter das AMG (Arzneimittelgesetz) und ist nicht frei verkäuflich.

Falls es zu "Forschungszwecken" gekauft wird, ist das eine andere Geschichte...

In DE steht es unter keinem Patentrecht und kann auch nicht vom Arzt verschrieben werden.

Referenzen