Modafinil: Infos zu Wirkung, Eigenschaften & Legalität

Modafinil ist ein Medikament, welches hauptsächlich zur Behandlung von Narkolepsie (Schlafkrankheit) eingesetzt wird. Seine aufputschende Wirkung gleicht Schlafdefizite aus, und kann bis zu 24 Stunden lang wach machen.

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modvigil

Modafinil in der Form von Modvigil

Es wird gerne mit der im Film "Limitless" vorkommenden Wunderpille "NZT" verglichen, jedoch ist die Wirkung von Modafinil nur ansatzweise mit der von NZT vergleichbar.​

Nicht nur wegen seiner stimulierenden Wirkung, sondern auch aufgrund seiner nootropischen Eigenschaften (erhöhte Aufmerksamkeitsspanne und verbessertes Zahlen- und Arbeitsgedächtnis) wird es von vielen Studenten, Schichtarbeitern, und Unternehmern als Gehirndoping-Mittel oder Partydroge eingesetzt.

Genau wie bei den Racetamen (wie Piracetam), gibt es auch unter den ​Eugeroika einen Ursprungs-Stoff (Adrafinil), aus dem Abkömmlinge mit leichten Unterschieden in der Wirkung, entwickelt wurden.

Aus Adrafinil wurden u.a. die Stoffe Modafinil, Armodafinil, CRL-40,941, und Fluorenol hergestellt.

In Deutschland gibt es das Stimulans nur auf Rezept, denn es fällt unter das Arzneimittelgesetz (AMG). Darüber hinaus wird es im Sport als "verbotene Dopingsubstanz" geführt.

Auch im Militärbereich wird es angewendet. Soldaten, Piloten, und Lotsen werden mit Modafinil (o. ähnl.) Stoffen versorgt, um in Extremsituationen möglich lange wach zu bleiben, und ohne Beeinträchtigungen der Denkfähigkeit ihre Arbeit zu verrichten.

Modafinil wird weltweit unter verschieden Namen verkauft, da das Herstellungsverfahren patentiert ist.​

Andere Bezeichnungen: Modafinilum, Provigil, (RS)-2-[(Diphenylmethyl) sulfinyl]acetamid, Modalert, Resotyl, Modapro, Alertex, Modasomil, Stavigile, Vigia, Vigil, Modiadal, SpierX.

Das wichtigste auf einen Blick

energie

Energie

konzentration

Konzentration

lernen

Lernen

  • Modafinil sorgt für einen Wachheits-Effekt, ohne andere Körperfunktionen zu beeinträchtigen.
  • Verbessert Leistung im Arbeits- und Zahlengedächtnis.
  • Das Stimulant erhöht die Aufmerksamkeitsspanne.
  • Wird von Studenten und Unternehmern als Gehirndopingmittel angewendet.
  • Dosis: 50-200mg 1x pro Tag am Morgen. Anfänger fangen mit 50mg an.
  • Die Wirkung dauert zwischen 12 und 24 Stunden an.
  • Aufgrund der Toleranzentwicklung des Körpers, sollte Modafinil nur sporadisch angewendet werden. Maximal 3 Mal pro Woche.
  • Es entfaltet seine Wirkung, indem es die Konzentration diverser Neurotransmitter im Gehirn erhöht.
  • In Deutschland ist es offiziell nur auf Rezept erhältlich.
  • Es entstand aus dem im Jahre 1970 entwickelten Medikament "Adrafinil".
  • Die häufigste Nebenwirkung (wenn überhaupt) sind Kopfschmerzen.

Geschichte

​Die Geschichte von Modafinil begann im Jahre 1970, mit der Entwicklung des Stimulans "Adrafinil", welches zur Behandlung von Narkolepsie und anderen Schlafstörungen entwickelt wurde.

Es wurde von dem französischen Wissenschaftler Michel Jouvet und der Firma Lafon Laboratories (Heute unter dem Namen "Chephalon" bekannt) entwickelt, und galt in seiner Wirkung effektiver als Amphetamin, da es keine Nebenwirkungen wie Angststörungen oder repetitive Verhaltensweisen hervorruft.

narkolepsie

Modafinil hält wach beim Lernen

Es stellte sich heraus, das Adrafinil in der Leber zu Modafinil umgewandelt wird, wodurch die Leber sehr beansprucht wird. Außerdem wird drei mal so viel Adrafinil wie Modafinil benötigt, um eine euqivalente Dosis zu produzieren.

Modafinil ist das wirkungsvollere Medikament, aber etwas schwerer zu bekommen, da einige seiner Formen unter dem Patentrecht stehen.

2008 wurde es in Deutschland aus dem Betäubungsmittelgesetz entlassen und unterliegt heute der ärztlichen Verschreibungspflicht.

Dosierung​ & Einnahme

​Modafinil wirkt am besten, wenn es nur sporadisch eingesetzt wird.

Toleranzbildung des Körpers: Die Wirkung lässt bei häufiger Anwendung nach, sofern die Dosis nicht erhöht wurde.

Wenn es 1x pro Woche angewendet wird, sollte der Körper keine größere Toleranz dagegen entwickeln, und sensibel auf den Wirkstoff bleiben.

Es wird empfohlen, Modafinil nicht öfter als 3x mal pro Woche einzunehmen. Auch auf Langzeit-Konsum sollte man lieber verzichten.

dosierung

Anfangs reichen 50mg am Morgen

Dosis: 50-200mg 1x pro Tag am Morgen ist für Anfänger akzeptabel. Da es eine starkes Stimulans ist, fängt man besser mit 50mg nach dem Aufstehen an, und beobachtet, wie sich der Körper verhält.

Wenn man bewusst Schlaf & Müdigkeit unterdrücken möchte, ist die Einnahme von 50-100mg alle 8 Stunden eine Überlegung Wert.

Die Einnahme erfolgt über den Mund. Die Wirkung tritt nach ca. 1 Stunde ein.

Es wird in der Regel in Pillenform verkauft. Einige Anwender berichten von einer stärkeren Wirkung, wenn die Pille zerstampft wird, und das Pulver sublingual (unter der Zunge) eingeführt wird.

Nachweisbarkeit: Der Wirkstoff kann bis zu einen Monat nach der letzten Einnahme im Körper nachgewiesen werden.

Wirkung & Nutzen

Wachheit

Modafinil löst einen Wachheits-Effekt aus, der zwischen 12 und 24 Stunden anhält.

Es scheint von Schlafmangel induzierte Nebenwirkungen zu unterdrücken, ohne dabei die kognitiven Fähigkeiten zu beeinträchtigen. Außerdem kann es unter normalen Umständen (wenn kein Schlafmangel herrscht) Wachheit und Arbeitsvermögen zu steigern. (1)

Im großen und ganzen könnte es ein besseres Stimulant als Koffein und Amphetamin sein. Außerdem benutzt es nicht die gleichen Rezeptoren (im Gehirn) wie die Amphetamine. (2)(3)

memory

Gesteigerte Gedächtnisleistung durch Modafinil?

Gedächtnis

Modafinil verbessert die Leistung in einigen kognitiven Bereichen, wie z.B. im Arbeitsgedächtnis, Langzeitgedächtnis, Denkfähigkeit, und andere Vorgänge im Präfrontalen Kortex. (4)

​Einige Studien berichteten von langsamer Reaktionszeit bei Aufgaben, in denen exekutive Funktionen getestet werden. (6)

Anmerkung: Leistungsstarke Personen scheinen weniger von der kognitiven Wirkung zu profitieren, als Leistungsschwache. (7)(8)(9)

Stimmung

Modafinils Wirkung auf den Gemütszustand ist nicht ganz klar, jedoch berichten einige Anwender von einer gehobenen Gemütslage nach Einnahme.

Es könnte auch gegen Depressionen eingesetzt werden. In einer Studie wurde einer Gruppe das Antidepressiva Fluoxetine in Verbindung mit Modafinil verabreicht. Im Vergleich zur Placebo Gruppe konnten Verbesserungen in der Symptomatik beobachtet werden. (5)

Abnehmen​

​Nachforschungen weisen darauf hin, dass Modafinil den Appetit bremst, und dadurch beim Abnehmen helfen könnte. (12)(13)

Wirkungsweise

zwei köpfe mit effekt

Der Wirkungsmechanismus von Modafinil ist nicht gänzlich erforscht.

Es wird angenommen, dass es die Konzentration verschiedener Neurotransmitter im Gehirn anhebt.

Histamin

Nach der Verabreichung von Modafinil konnte ein gesteigerter Histamin-Wert im Hypothalamus (Hirnregion) beobachtet werden. - Es wird davon ausgegangen, dass dieser Vorgang teilweise für den Wachheits-Effekt verantwortlich ist. (10)(11)

Dopamin, Noradrenalin, und Serotonin

​Modafinil hebt die Dopaminkonzentration im Nucleus accumbens (Teil des Voderhirns) und Striatum (Tein des Großhirns) an.(14)

Der Noradrenalin- (15) und Serotininpegel (16) wird ebenfalls erhöht.

Orexin

Die Wachwirkung wird hauptsächlich durch die Aktivierung von Orexin-1- und Orexin-2-Rezeptoren erzeugt.

Orexin beeinflusst Vigilität und reguliert den Energiehaushalt im zentralen Nervensystem (ZNS). Das hormonähnliche Peptid wirkt auf das Schlaf-Wach-Verhalten ein; es wird vermutet, dass eine Mutation im Gen, die Schlafkrankheit Narkolepsie verursacht. (17)(18)

modafinil

Chemische Struktur Modafinil

Chemische Struktur & Synthese

Synthese von Modafinil: Benzhydrol wird Chloressigsäure und Thioharnstoff zu 2-(Diphenylmethylthio)-essigsäure umgesetzt, welche über Säurechlorid in Säureamid verwandelt wird.

Die Zielverbindung ergibt sich aus der anschließenden Oxidation mit Wasserstoffperoxid.

Risiken, Nebenwirkungen & Toxizität

kopfschmerzen

Häufigste Nebenwirkung: Kopfschmerzen

Im Vergleich zu Adrafinil ist Modafinil sehr sicher. Die Chance, dass Nebenwirkungen wie Bauchschmerzen, Hautreizungen, Angstgefühle, und Leberschäden (bei chronischer Einnahme) auftreten, ist sehr gering.

Solange bei der Dosierung nicht übertrieben wird, und vernünftige Mengen eingenommen werden, sollten keine Nebenwirkungen auftreten; jedoch sind diese nicht völlig auszuschließen.

In klinischen Tests berichteten Patienten von den folgenden (unerwünschten) Begleiterscheinungen:

  • Kopfschmerzen
  • Gewichtsverlust
  • Schlaflosigkeit
  • Abnahme des Hungergefühls
  • Beschleunigter Puls
  • Nervosität
  • Hautausschlag
  • Benommenheit
  • Trockener Mund
  • Hautausschlag
  • Übelkeit
  • Psychosen
  • Selbstmordgedanken
  • Wahnvorstellungen

In sehr seltenen Fällen können lebensbedrohliche Allergien auftreten.

Wechselwirkungen

Modafinil kann die Wirkung mancher Medikamente verringern, indem es deren Abbau beschleunigt. Zu diesen gehören: Itraconazol, Ciclosporin, Temazepam, Amitriptylin, Erythromycin.

Werden blutverdünnende Mittel wie Aspirin oder Warfarin eingenommen, sollte man regelmäßig seine Blutgerinnung checken lassen.

Die Wirkung von Modafinil könnte durch Verhütungspillen abgeschwächt werden.

Schwangerschaft

nebenwirkungen

Modafinil sollte nicht in der Schwangerschaftszeit eingenommen werden. Es gibt keine Nachforschungen zur Anwendung während der Stillzeit, auch hier wird von der Einnahme abgeraten.

Toxizität & Letale Dosis​

Bei Ratten wurde eine durchschnittliche tödliche Dosis von 1250 mg/kg festgestellt.

​In einer Studie wurden menschlichen Teilnehmern tägliche Dosen von bis zu 1250 mg und einmalige Höchstdosen von bis zu 4500 mg verabreicht.

Es konnte keine lebensbedrohliche Wirkung festgestellt werden.

Beobachtbare Nebenwirkungen waren unter anderem: Angsstörungen, Verwirrtheit, Durchfall, Aggressivität, Herzklopfen, Schlafstörungen, und Alpträume. (19)

Es sind keine tödliche Überdosen mit Modafinil bekannt; auch die letale Dosis (bei orale Einnahme) bei Menschen ist ungewiss, jedoch wird davon ausgegangen, dass sie höher als die von Koffein ist.

Es wird von einem Selbstmordversuch mit 4500 mg berichtet, wo der Patient ohne Langzeit-Beeinträchtigungen überlebte; temporäre Nebeneffekte waren Nervosität, Alpträume und Übelkeit. (20)

Legalität

legalität

In Deutschland nur auf Rezept

In Deutschland fällt der Wirkstoff unter die normale Verschreibungspflicht und kann nur von einem Arzt verschrieben werden.

In der Schweiz wurde Modafinil die Abgabekategorie A eingestuft, was den Patienten zum einmaligen Bezug (sofern er ein Rezept vorlegen kann) in der Apotheke berechtigt.

​Auch in anderen Ländern ist es rezeptpflichtig. Sogar is der USA ist es verschreibungspflichtig, wo es einem abgestuften System unterliegt, was in etwa dem deutschen Betäubungsmittelgesetz entspricht.

Referenzen