Sulbutiamin (Vitamin B1): Mehr Motivation & erhöhte Stimmungslage

Sulbutiamin ist eine synthetische Form von Thiamin (auch als "Vitamin B1" bekannt), welche ursprünglich In Japan zur Behandlung der Vitaminmangelerkrankung "Beriberi" entwickelt wurde.

Sulbutiamin ist wirkungsvoller als Thiamin und  Vitamin B1, da es problemlos die Blut-Hirn-Schranke durchdringt - was wohl an seiner Fettlöslichkeit (Lipophilität) liegt.

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Nach der Aufnahme wird es im Gehirn zur Herstellung von Acetylcholin und GABA (beide sind wichtige Neurotransmitter) eingesetzt.

Es wird häufig als sog. Off-Label-Medikament gegen Asthenie und Erschöpfungszustände eingesetzt. Zudem gibt einige Tier-Studien, die darauf hinweisen, dass es Gedächtnis-Defizite ausgleicht, welche durch Drogen ausgelöst wurden.

Als Nootropikum wird es zur kurzzeitigen Verbesserung von Motivation, Merkfähigkeit und der Stimmungslage eingesetzt.

Bei häufiger Einnahme scheint der Körper eine Toleranz dagegen aufzubauen, wodurch die Wirkung abschwächt, und es besser sparsam angewendet werden sollte.

Sulbutiamin Übersicht

energie

Energie

stimmung

Stimmung

motivation

Motivation

Sulbutiamin strukturformel

Chemische Struktur

  • Sulbutiamin ist ein Thiamin-Derivat (Thiamin = Vitamin B1); es scheint eine stärkere Wirkung als sein Vaterstoff zu besitzen, da es vom Körper besser absorbiert wird.
  • Es wird hauptsächlich wegen seiner positiven Wirkungen auf Motivation und Stimmungslage angewendet. Einige Forscher weisen auf Steigerungen der Konzentrationsfähigkeit und Merkfähigkeit hin, zudem scheint es Müdigkeit oder Erschöpftheit zu unterbinden.
  • Es wirkt, indem es die Produktion von Cholin (Vorstoff von Acetylcholin) im Gehirn anhebt und die Konzentration der Dopamin-Rezeptoren erhöht.
  • Dosierung: Eine optimale Dosis ist nicht erforscht, jedoch bewegt sich die übliche Tagesdosis zwischen 200mg und 600mg. Es sollte mit einer Nahrungsquelle eingenommen werden (wegen der Fettlöslichkeit).
  • Es eignet sich hervorranged als Zustatzstoff in vielen Stacks.
  • Es gilt als sehr sicher und es wird von wenigen Nebenwirkungen berichtet.
  • Aufgrund der möglichen Toleranzbildung empfiehlt sich eine okkasionelle Einnahme.

Einnahme & Dosierung

Eine begrenzte Anzahl von Human-Studien empfiehlt eine tägliche Einnahme von 400mg - 600mg. Jedoch sollte hier zu angemerkt werden, dass in diesen Studien Sulbutiamins Rolle bei diabetischer Neuropathie erforscht wurde, und keine Verbesserung der Symptome festgestellt wurden. (1)(2)(3)

Hersteller von Sulbutiamin (Arcalion, Serdia Pharma) empfehlen eine maximale Tagesdosierung von 600mg.

denkfähigkeit

Eine optimale Dosis ist nicht erforscht, es gibt Hinweise, dass höhere Dosen (600mg - 1000mg, je nach Körpergewicht) gegen Ermüdungserscheinung helfen.

Außerdem sollte es nicht auf mehrere Einzeldosierungen aufgeteilt werden, wie es bei vielen anderen Nootropika der Fall ist.

Die Wirkung sollte nach etwa 30 - 60 Minuten eintreten und 4 - 6 Stunden anhalten.​

Aufgrund der Toleranzbildung ist eine sporadische Anwendung empfehlenswert. Wer es über längere Zeit eingenommen hat, reduziert die Dosis über mehrere Tage hinweg, so wird eine Störung der Dopamin-Rezeptoren vermieden.

  • DIe übliche Dosis bewegt sich zwischen 200mg - 600mg. Es sollte aufgrund der Fettlöslichkeit mit einer Nahrungsquelle eingenommen werden.

Im Stack

Es passt aufgrund seiner einzigartigen Wirkungsweise gut mit anderen Nootropika zusammen.

Erwägen sie, es mit einer Racetam-Quelle, Cholin, oder Acetyl-L-Carnitin in einem Stack zu kombinieren.

Siehe auch:

Aufnahme & Absorption

Sulbutiamin ist fettlöslich; es wird angenommen, dass es die Blut-Hirn-Schranke im Vergleich zu Thiamin allein in einer vollständigeren Form passiert.

In einer 14 Tage andauernden Tier-Studie, bei der den Nagetieren die Substanzen Sulbutiamin, Thiamin und Salin verabreicht wurden, wies Sulbutiamin die höchsten Konzentrationen an Thiamin-Triphosphat, -Diphosphat, und -Monphosphat (Wirkstoffe) im Gehirn auf. (4)

Wirkung & Nutzen

Übermüdung, Schlappheit, Erschöpftheit

Mehrere Forschungsarbeiten weisen darauf hin, dass Sultbutiamin Erschöpfungszustände verringert.

motivation

Motiviert

In einer Forschungsarbeit mit 58 Teilnehmern sah man substantielle Verbesserungen der Erschöpfungserscheinungen bei 43 Teilnehmern (74,13%). Die restlichen 10 Patienten berichteten von kleinen Fortschritten. (5)

In einer doppelblind kontrollierten Placebo-Studie wurden Patienten mit chronischen Erschöpfungskrankheiten eine tägliche Menge von 400mg oder 600mg verabreicht. Die forschen kamen zu einem gemischten Ergebnis: Bei einigen Teilnehmern wurde eine Besserung der Symptome festgestellt; jedoch fehlt noch einiges an Forschungsbedarf, um ein aussagekräftige Beurteilung abgeben zu können. (3)

Bei einigen Patienten sah man psychische Verhaltenshemmungen in depressiven Geisteszuständen. Dabei wurde zwar keine antidepressive Wirkung ermittelt, jedoch scheint es die Rehabilitation der Patienten zu unterstützen. (6)

In einer größeren Versuchsreihe mit 1772 Teilnehmern, welche an Infektkrankheiten und Erschöpftheit (Asthenie) litten, wurde bei über 50% ein Rückgang der Symptome festgestellt. Diese Studie war größtenteils unbeaufsichtigt, zudem wurde ein anti-infekt Medikament supplementiert, was das Ergebnis leider nicht besonders aussagekräftig macht. (7)

Gedächtnis

Im Internet sind keine Berichte über Sulbutiamins gedächtnisfördernde Wirkung zu finden. Interessanterweise geben die Hersteller an, dass ihr Produkt intellektuelle Müdigkeit senkt und die Konzentrations- und Merkfähigkeit von Schülern steigert. Höchstwahrscheinlich wurden die Studien darüber nicht veröffentlicht, oder in einer anderen Sprache verfasst.

Gedächtnisleistung

Verbessert es die Gedächtnisleistung?

Bei Forschungen mit Mäusen sah man Steigerungen im Arbeits- und räumlichen Gedächtnis. Darüber hinaus wiesen die Tiere eine verbesserte Objekterkennungsfähigkeit auf. (7)

In einer weiteren Versuchsreihe mit Nagetieren wurden den Tieren 300mg/kg Sulbutiamin oral zugeführt. Im Vergleich zur Placebo-Gruppe sah man leichte Zunahmen der Gedächtnisleistung. (8)

Wirkungsweise

Cholinerg

Bei Nagetieren wurde eine erhöhte Cholin-Förderung im Hippocampus (Gehirnbereich) beobachtet. (9)

Dopaminerg

In einer Forschungsreihe mit Mäusen wurde eine Reduktion von Dopamin und DOPAC (ein Dopamin-Metabolit) im präfrontalen Cortex und Gyrus cinguli (Gehirnabschnitte) ermittelt.

Aufgrund der verringerten Dopamin-Konzentration wurde daraufhin ein ausgleichender Anstieg der D1-Rezeptoren (D1 = Dopamin-Rezeptor) in den obigen Hirnbereichen beobachtet.

Die Forscher merken an, dass dieser Effekt nur bei chronischer Einnahme auftritt. Es wird vermutet, dass der Sulbutiamin-Metabolit Thiamin-Triphosphate eine modulatorische Wirkung auf die Neuronen-Membrane besitzt. (10)

Diese Studie ist besonders interessant, da sie Aufschluss auf Sulbutiamins Langzeit- & Kurzzeitwirkung offenbart.

Sicherheit & Nebenwirkungen

Sulbutiamin ist für den Menschen gut verträglich. In der Studie mit 1772 Teilnehmern (7) sind Nebenwirkungen nur bei 0.6% der Probanden aufgetreten, am häufigsten (0,3%) zeigten sich Kopfschmerzen.

Es gibt einen dokumentierten Fall, bei dem bei ein Patient (mit bipolar Störung) Abhängigkeitserscheinungen aufwies; jedoch ist anzumerken, dass der Patient noch andere Medikamente einnahm und täglich mehr als 600mg Sulbutiamin konsumierte. (11)

Referenzen