Phenylpiracetam (Carphedon): Das stärkste Racetam?

Phenotropil

In Russland wird es als Phenotropil vertrieben - Bild von Nootropic dude CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Phenylpiracetam ist ein Nootropikum, welches die geistigen Fähigkeiten positiv beeinflusst, und als leichtes Stimulans eingestuft wird.

Es wurde in den 1980er Jahren in ​Russland entwickelt. Vor dem Jahre 2006 war es in den westlichen Ländern weitgehend unbekannt, jedoch erhielt es weltweite Aufmerksamkeit, als die Olympia-Teilnehmerin Olga Pyleva in Folge eines positiven Doping-Tests disqualifiziert wurde.

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Wie der Name schon sagt, ist es eine Abwandlung von Piracetam, die eine zusätzliche Phenylgruppe besitzt.

Angeblich ist es 20-60 Mal so stark (auf Grammbasis) wie sein Vaterstoff.

In einer Studie, bei der die Zwei Stoffe gegenüber gestellt wurden, sprach man Phenylpiracetam eine größere Wirkung als Piracetam in den folgenden Bereichen zu:

Neuroprotektion, Anti-Amnesie, und Stimulation.

Andere Namen: Fonturacetam, (RS)-2-(4-Phenyl-2-oxopyrrolidin-1-yl)acetamid, Phenotropil, Carphedon

Phenylpiracetam auf einen Blick

energie

Energie

motivation

Motivation

lernen

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  • 1983 in Russland zu sportlichen und militärischen Zwecken entwickelt.
  • Es ist ein Piracetma-Derivat, welchem die vielfache Wirkung seines Vaterstoffs zugesprochen wird.
  • Es unterscheidet sich von den anderen Racetamen durch seine wachmachende Wirkung.
  • Dosierung: 200mg - 600mg Tagesdosis, aufgeteilt in 2-3 Einzeldosen (100-200mg), außerdem sollte es mit einer Nahrungsquelle eingenommen werden (Fettlöslichkeit).
  • Aufgrund der wachmachenden Wirkung wird von einer Einnahme kurz vor dem Schlafengehen abgeraten.
  • Mit der Zeit baut der Körper gegen die stimulierende Wirkung eine Toleranz auf, weswegen es nur sporadisch (max. 2-4 Mal pro Woche, oder in Zyklen) eingesetzt werden sollte.
  • Wie bei allen Racetamen, sind die Nebenwirkung gering. Hauptsächlich wird von Kopfschmerzen berichtet. Hierzu hilft die Beigabe einer Cholinquelle.

Einnahme & Toleranz

Es sollte nicht vor dem Zubettgehen angewendet werden, da sonst Schlafstörungen auftreten können.

Empfohlene Dosierung:

​Die Hersteller empfiehlt eine Einname von 2-3x 100-200mg täglich (also insgesamt zwischen 200mg und 600mg). Aufgrund seiner Fettlöslichkeit, wird es zusammen mit einer Nahrungsquelle eingenommen. (1)

schlechter schlaf

Nicht vor dem Schlafengehen einnehmen! (10)

Eine Einzeldosis von 250mg gilt als hohe Dosierung und könnte bei Manchen Menschen zu Nebenwirkung führen.

​Als Maximaldosis wird eine Menge von 750mg angegeben.

​Ich empfehle, das Pulver in Kapseln zu verarbeiten - es schmeckt grauenhaft!

Toleranzbildung

Phenylpiracetam ist ein Stimulant, welches nur sporadisch (= "Wenn es gebraucht wird") benutzt werden sollte.

Der Körper baut mit der Zeit eine Toleranz gegen den Stoff auf, und es verliert seine stimulative Wirkung.

Am besten wird es in Zyklen angewendet, sodass der Körper ausreichend Zeit hat zu einem Normalzustand zurückzukehren.

blutkreislauf

Es gelangt unverändert in den Blutkreislauf

Aufnahme​

​Die Produktbeilage von Phenotropil sagt, dass es rasch vom Körper aufgenommen wird, und eine Bioverfügbarkeit (bei oraler Einnahme) von nahezu 100% besitzt.

Der Hersteller behauptet, dass die Höchstkonzentration im Blut ca. 1 Stunde nach Anwendung erreicht ist.

Die Halbwertszeit beläuft sich auf 3-5 Stunden.

Der Stoff wird anscheinend vollständig vom Körper metabolisiert, und strukturell unverändert ausgeschieden.

Daraus lässt sich schließen, dass es in keinen anderen Stoff umgewandelt wird (im Gegensatz zu Noopept), und die Blut-Hirn-Schranke intakt passiert.

Wirkung & Nutzen

Die russischen Produzenten behaupten, dass Phenlypiracetam Niedergeschlagenheit und Depression entgegenwirkt, bei der Therapie von Epilepsie hilfreich ist, und Zustände heilt, welche durch zu geringen Gehirn-Sauerstoff herbeigeführt wurden. (1)

Leider sind viele dieser Thesen online nicht verfügbar oder nur in russischer Sprache aufzufinden.

cosmonaut

Nicht nur für Kosmonauten

In Russland wird es als rezeptpflichtige Substanz gegen Depressionen, Apathie, geringe Aufmerksamkeitsspanne, oder Gedächtnisproblemen vertrieben.

Darüber hinaus wird es als "leistungssteigerndes Mittel für Kosmonauten auf Raumfahrt" empfohlen. (2)

Das alles spricht dafür, dass es auch bei anderweitig gesunden Menschen zur mentalen Leistungssteigerung verwendet werden kann.

Epilepsie & Schlaganfall

In einer Studie wurde den Teilnehmern Phenotropil zusammen mit AEDs (Anti-Epilepsie-Medikamente) und AEDs ohne zusätzliche Arzneimittel verordnet.

Die Autoren kamen zu dem Ergebnis, dass eine Zugabe von Phenotropil die Krampfanfall-Frequenz mindert, und die Leistung im EEG positiv beeinflusst. (3)

Laut einer Studie mit 400 Teilnehmern, fördert Phenylpiracetem die Genesung von Schlaganfall-Patienten. (4)

​Gedächtnisstörungen & Erschöpftheit

Hier wurden die meisten Nachforschungen nur an Menschen durchgeführt, die an Gedächntisstörungen litten, welche durch Schlaganfälle oder Gehirnverletzungen verursacht wurden.

Bei Enzephalopathie-Patienten, denen eine tägliche Dosis von 200mg verabreicht wurde, sah man Verbesserungen in Angststörungen, Schmerzen, und Depressionen. (5)

Auch andere Studien stellten Verbesserungen im Bereich des Gedächtnisses und der Aufmerksamkeitsspanne fest. (6)(2)

Stimulant (Wachmacher)

In einer Versuchsreihe mit Nagetieren, zeigten sich erhebliche Verbesserungen der Zurückhaltungsrate um 195%, und eine verringerte Untätigkeitszeit im Schwimm-Test, was auf eine antidepressive Wirkung schließen lässt. (7)

phenetylamin

Phenetylamin

Wirkungsweise

Aufgrund der strukturellen Ähnlichkeit mit dem Stoff Phenethylamin (8), wessen molekülstruktur stimulative Eigenschaften besitzt, ist anzunehmen, dass eine Verbindung zu den Adrenalin- und Dopaminrezeptoren besteht.

Laut den Entwicklern von erhöht Phenotropil folgende Werte im Gehirn: Blutfluss, Adrenalin, Dopamin, und Serotonin. Jedoch hat es keinen Einfluss oder eine Bindungsaffinität mit GABA.

In einer amerikanischen Forschungsarbeit (mit Nagetieren) findet man Anhaltspunkte auf gesteigerte Werte der Acetylcholin- und NMDA-Rezeptoren, und eine reduzierte Konzentration von Serotonin- und Dopaminrezeptoren. (2)

Wachmachende Wirkung & Toleranz

stimulant wachmacher

Ein Wachmacher

Es wird angenommen, dass die strukturelle Similarität mit Phenethylamin für die stimulative Wirkung verantwortlich ist.

Wahrscheinlich sind die krampflösenden und kognitiven Eigenschaften dem Piracetam-Teil der Molekülstruktur anzurechnen.

Obwohl die Wissenschaftler über den genauen Wirkungsmechanismus von Piracetam im unklaren sind, gehen sie davon aus, dass erhöhte Zellenfluidität und Glutamat-Regulierung für die Wirkung verantwortlich ist. (9)

Es gibt viele Berichte von Anwendern, in denen auf die schnelle Toleranzbildung gegen die anregende Wirkung von Phenylpiracetam hingewiesen wird.

Auch wissenschaftliche Forschungsarbeiten weisen auf die Herunterregelung diverser Rezeptoren im Gehirn hin, was für eine Anwendung in Zyklen (oder sporadische Benutzung) spricht.

blutdruck und herz-kreislauf

Sicherheit & Nebenwirkungen

Wie alle Racetame wird es vom menschlichen Körper gut vertragen; Das Risiko, dass Nebenwirkungen auftreten, ist gering - solange es in vernünftigen Mengen (s. Einnahme & Toleranz) konsumiert wird.

Phenylpiracetam sollte nicht während der Schwangerschaft oder Stillzeit eingenommen werden. Auch für Patienten mit Leber- oder Nierenschäden ist es besser zu verzichten.

Die üblichen Nebenwirkungen, welche Stimulanzien mit sich bringen, bestehen auch hier, wie z.B: Angstgefühle, Reizbarkeit, oder Herzklopfen.

Einige Anwender berichten von Kopfschmerzen. Diese können bei allen Racetamen vorkommen, wenn im Gehirn ein Acetylcholin-Mangel herrscht. Als Gegenmittel fügt man einfach eine Cholinquelle zu seinem Stack hinzu.

Toxizität

Bei Nagetieren wurde eine tödliche Dosis von 880mg/Kg Körpergewicht ermittelt, was auf einen großen Sicherheitsabstand zur empfohlenen Dosierung schliessen lässt.

Laut Hersteller gibt es keine dokumentierten tetralogischen, mutagenen, oder carcinogenen Effekte.

Legalität

Im Moment wird es In Deutschland nicht als Fertigarzneimittel geführt. Normalerweise sind Medikamente, die unter dem Arzneimittelgesetz stehen, nur auf Rezept in der Apotheke erhältlich.

In einigen Online-Shop ist es bestellbar; dort wird es zu "Forschungszwecken" verkauft, und ist nicht für den menschlichen Konsum gedacht.

Außerdem steht es auf der Dopingliste; bis dato wurden 16 Sportler des Dopings mit Phenylpiracetam überführt.

Referenzen