Huperzin A: Ein natürlicher Boost für das Gehirn

Huperzin A ist ein nätürlich vorkommendes Alkaloid, welches aus der asiatischen Pflanze Huperzia serrata (aber auch Tannenbärlapp, und Huperzia Selago) gewonnen wird.

Obwohl die Pflanze schon seit Jahrhunderten in der traditionellen Medizin angewendet wird, ist seine kognitive Wirkung erst seit kurzem bekannt.

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Huperzin ist ein Acetylcholinesterase-hemmender Stoff, der den Abbau von Acetylcholin (wichtiger Neurotransmitter) im Gehirn verlangsamt, und so seine nootropische Wirkung entfaltet. Es gibt Hinweise, dass es den Effekt anderer Nootropika verstärkt (z.B. von Racetamen oder Noopept).

In mehreren Studien wird ihm eine positive Wirkung auf Gedächtnis, Lernvermögen, und Konzentration nachgewiesen.

Außerdem ist es in manchen Ländern zur Behandlung von degenerativen Gehirnerkrankungen (Demenz, Alzheimer) zugelassen.

Da es in hohen Mengen giftig wirkt, sollte auf eine genaue Dosierung geachtet werden.

Synonyme: Kimpukan A, Selagin, She Zu Cao

Huperzin A auf einen Blick

lernen

Lernen

gedaechtnis

Gedächtnis

  • Huperzin A ist ein natürlicher Wirkstoff, welcher einer der stärksten natürlichen Acetylcholinesterase-Blocker ist.
  • Es wird aus Bärlappflanzen gewonnen, welche schon seit Jahrhunderten in der traditionellen Heilkunde (China) angewendet werden.
  • Es erhöht die Leistung im kognitiven Bereich, u.a. steigert er die Lern- und Merkfähigkeit.
  • Das Alkaloid kann bei der Therapie von degenerativen Gehirnkrankheit eingesetzt werden. In China hat es den offiziellen Status eines Arzneimittels.
  • Es scheint eine schützende Funktion für das Gehirn zu besitzen (Antioxidans).
  • Dosierung: Anfänger nehmen nicht mehr als 100mcg (Mikrogramm) pro Tag ein. In Therapien wird eine Tagesdosis von 200-400mcg eingesetzt. Es eignet sich hervorragend mit anderen Nootropika im Stack; jedoch sollte es nicht zusammen mit anderen AChE-Hemmern eingenommen werden.
  • Huperzin A wirkt in hohen Dosen toxisch; es sollte auf eine genaue Einnahme geachtet werden.
  • Bei Überdosierungen wird von Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Übelkeit, und Durchfall berichtet.

Vorkommen & Geschichte

Lycopodium serratum zeichnung

Vorkommen

Huperzia serrata (Botanik: Lycopodium serratum) kommt aus der Familie der Bärlappgewächse (Lycopodiaceae) und ist in Indien und Süd-Ost-Asien beheimatet. In China trägt sie den Namen Qian Ceng Ta; im englischen club moss.

Die Pflanze bevorzugt trockene, lichte Stellen, und gedeiht in Wäldern mit sauren Boden, unterhalb von 3000 Höhenmeter. Dies sind hauptsächlich Nadelwälder oder Gebirgsregionen.

In der traditionellen chinesischen Heilkunde wird es diversen Mischungen zugegeben und bei der Behandlung von Entzündungen, Zerrungen, Blutergüssen, und Fieber angewendet.

Geschichte

Huperzia-selago

Huperzia Selago - By Tigerente [GFDL or CC-BY-SA-3.0, via Wikimedia Commons

Huperzin A wurde erstmals im Jahre 1948 aus der Pflanze isoliert, und seitdem ausgiebig erforscht. In den 80erJahren wurden die größten Schritte in der Erforschung seiner pflanzlichen Wirkstoffe gemacht.

In China wird es offiziell als Arzneimittel verkauft und gegen Gehirnerkrankungen eingesetzt; in den westlichen Ländern hingegen ist es nahezu unbekannt und wird allerhöchstens als Nahrungsergänzungsmittel vermarktet.

Dosierung

Huperzin A wird mündlich in Pillenform eingenommen. Hierbei handelt es sich i.d.R. um ein Pflanzen-Extrakt.

  • Die normale Dosis beläuft sich auf 100mcg (=Mikrogramm; 1 Milligramm = 1000mcg) pro Tag. Je nach Toleranz kann sich diese Menge ändern, einige Quellen berichten von einer Tagesdosis zwischen 200 - 400mcg.
  • Huperzin A wird i.d.R. zusammen mit anderen Nootropika im Stack eingenommen.
  • In hohen Mengen wirkt Huperzin toxisch. Bitte bei der Dosierung keine Fehler machen, und nicht Milligramm mit Mikrogramm verwechseln.

In Alzheimer-Therapien wird den Patienten zwischen 50 und 200mcg (2x pro Tag) eingeführt.

Es benötigt keine zusätzliche Nahrungsquelle um vom Körper absorbiert zu werden, und kann auch auf nüchternen Magen konsumiert werden.

Huperzin-A strukturformel

Chemische Struktur von Huperzin A

Huperzin wird schnell absorbiert (nach ca. 30 Min. im Blut), und ist fähig, die Blut-Hirn-Schranke zu passieren.

Die Halbwertszeit beläuft sich auf 24 Stunden. Außerdem wird eine Zyklenhafte Anwendung empfohlen, welche alle 2-4 Wochen für ein paar Tage unterbrochen werden sollte.

Wirkung & Anwendung

Alzheimer

Es haben sich schon viele Studien mit der Wirkung von Huperzin bei Alzheimer-Therapien beschäftigt. Leider sind diese Testergebnisse nicht sehr aussagekräftig, da in den meisten Fällen nur eine geringe Teilnehmerzahl vorhanden war, oder fragwürdige Testmethoden angewendet wurden.

In einer Meta-Analyse von mehreren Forschungsarbeiten sah man Verbesserungen (bei Alzheimer-Patienten) in den folgenden Bereichen: Kognitive Fähigkeiten, allgemeine Verfassung, und tägliche Aktivitäten. (1)

demenz

Schutz vor Gehirnerkrankungen?

In China ist es als Alzheimer-Medikament ausgeschrieben, und wird in Therapien eingesetzt.

Demenz​

Auch hier gibt es wenige aussagekräftige Versuchsreihen. In einer Zusammenfassung von mehreren Forschungsarbeiten ermittelte man Besserungen in Bereich der Merkfähigkeit und Symptome (bei Demenzerkrankten). (2)

Tierstudien

Tierversuche weisen auf folgende Wirkungen hin:

  • ​Neuroprotektiv.
  • Anticholinesterase- und Antiglutamat-ähliche Eigenschaften.
  • Antioxidans.

Epilepsie

Eine Studie weist darauf hin, dass es bei der Epilepsie-Behandlung eingesetzt werden könnte.​ (3)

Schizophrenie

In einer 12-Wöchigen Untersuchung sah man Verbesserungen der Symptome bei Schizophreniepatienten. (4)

Wirkungsweise

Acetylcholinesterase-Hemmer

Acetylcholin formel

Struktur Acetylcholin

Huperzin As (und Bs) bekanntester Wirkmechanismus ist die Fähigkeit, die Ausschüttung von Acetylcholinesterase (AChE) zu hemmen.

Die Aufgabe von AChE besteht darin, Acetylcholin abzubauen und in Acetat und Cholin umzuwandeln. Außerdem wurde es mit der Entstehung von Alzheimer und anderen degenerativen Gehirnerkrankungen in Verbindung gebracht.

Acetylcholin ist der wichtigste Neurotransmitter, er spielt eine große Rolle in der Gedankenbildung, Denk- & Lernfähigkeit, und Erinnerungsvermögen.

Neuroprotektiva

Huperzin A schützt das Gehirn vor Glutamat (wirkt in hohen Konzentration toxisch), Aeta-Amyloid Pigmentation, und H2O2-herbeigeführter Toxizität. (5)(6)(7)

Darüber hinaus blockiert es den NMDA-Rezeptoren-Kanal ohne Nebenwirkungen zu verursachen (=verhindert Exitotoxizität, Ursache von Parkinson oder Chorea Huntington). (8)

Muskelkrankheit

Bei der Muskelschwäche-Krankheit Myasthenia gravis lässt die Muskelleistung nach und der Körper ermüdet. Sie entsteht wenn das Immunsystem die Acetylcholinrezeptoren mit anderen Stoffen verwechselt, und diese attackiert.

Da Huperzin die Acetylcholin-Konzentration im Muskel erhöht, scheint dies den Rezeptorenmangel auzugleichen.​

Nebenwirkungen & Toxizität

In Versuchen mit Ratten ermittelte man eine LD50 (tödliche Dosis, bei der 50% der Rattenpopulation starb) von 2-4mg/Kg bei Weibchen und >4mg/Kg bei Männchen. Hinsichtlich starker Überdosierungen von Huperzin A bei Menschen gibt es keine veröffentlichten Studien.

Die Nebenwirkungen von akuten Überdosierungen ähneln den von anderen Cholinesterase-Hemmern: Durchfall, Muskelkrämpfe, Übelkeit, Hyperaktivität, Schlaf- und Angststörungen.

Während der Schwangerschaft und Stillzeit wird von der Einnahme abgeraten. Wer unter Herzkrankheiten leidet oder Epileptiker ist, verzichtet ebenfalls.

Es sollte nicht in Verbindung mit anderen AChe-Hemmern eingenommen werden.

Referenzen