Hericium erinaceus (Igelstachelbart): Ein nootropischer Pilz

Der Igel-Stachelbart (Hericium erinaceus) ist unter mehreren Namen bekannt: Yamabusitake, Lion's Mane, Pom-Pom-Pilz, Löwenmähne, Hericium, und Affenkopfpilz.

Es ist einer der interessantesten Heilpilze, welcher in Japan schon seit Jahrhunderten als traditionelles Pflanzenheilkundemittel in Tee-Form zubereitet wird.

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Hauptsächlich wird es dort als Stärkungsmittel ("Tonic") verabreicht, darüber hinaus gilt es als wirkungsvoll gegen hohen Cholesterinspiegel, Atemproblemen, Leber, Nieren- und Magenleiden.

Der Hericium einaceus kommt hauptsächlich in Amerika, Asien, und einigen Teilen von Europa vor. Er wird nicht nur in der Heilkunde angewendet, sondern dient auch als Fleisch-Alternative, wie z.B. in der chinesischen Küche.

Löwenmähne ist ein interessantes Nootropikum, da es die Bildung von Nervenzellen anregt (Neurogenese). Durch erhöhtes Nervenzellenwachstum erhöht sich die neuronale Plastizität, wodurch eine Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten (Gedächtnis, Lern- und Konzentrationsvermögen) erreicht wird.

Igelstachelbart Übersicht

gedaechtnis

Gedächtnis

stimmung

Stimmung

lernen

Lernen

  • Löwenmähne ist ein asiatischer Heilpilz der auch als Fleischalternative serviert wird.
  • Er regt das Wachstum der Nervenzellen im Körper an, was die geistige Aufnahmefähigkeit (Lernvermögen, Gedächtnis) stärkt.
  • Es scheint die Wundheilung zu verbessern und Depressionen lindern.
  • Empfohlene Tagesdosierung 0,5g - 3g in Pulverform. Es ist wasserlöslich und kann auch getrunken werden.
  • Es passt in so gut wie jeden Stack, es scheint eine Synergie mit Acetyl-L-Carnitin oder Bacopa Monnieri zu bilden.
  • Es sind so gut wie keine Nebenwirkungen bekannt.

Ökologie, Merkmale & Verbreitung

Der Affenkopfpilz wächst hauptsächlich an älteren Laubbäumen (Buchen und Eichen). Er gedeiht sowohl an lebenden, als auch an abgestorbene Bäumen, und bevorzugt ein feuchtes Klima.

eichenbaum

Wächst am Eichenbaum

Der stiehllose Stachelpilz besteht größtenteils aus ca. 1,5 - 5cm langen und 1,4mm - 2mm dicken Fasern, die den Fruchtkörper umgeben. Aufgrund seiner Form und der rötlichen Färbung (manchmal auch beige) wird er auch Löwenmähne genannt.

Der Pilz ist selten anzutreffen, er wächst nur in holarktischen Regionen. In Europa ist er in den meisten Ländern vorzufinden - u.a. auch in Deutschland.

Einnahme & Dosierung

In zwei Human-Studien wurde eine Dosierung von 2 - 3g (sehr hohe Dosis) Hericium in Pulverform angewendet. In beiden Versuchen wurde ein positiver Nutzen festgestellt. Es ist unklar, ob Dosen oberhalb von 3g/Tag mehr Wirkung versprechen. (1)(2)

  • 500mg wird in den meisten Quellen als empfohlene Tagesdosierung angegeben.

Die übliche Darreichungsform ist ein aus dem Fruchtstamm entzogenes Pulver-Extrakt. Aufgrund seiner Wasserlöslichkeit, kann das Pulver auch zusammen mit einem Getränk eingenommen werden.

Im Stack​

Lion's Mane scheint sich zu ohne Probleme in die meisten Stacks integrieren zu lassen. Es könnte eine größere Wirkung durch eine kombinierte Einnahme mit ALCAR (Acetyl-L-Carnitin) entfalten, da Carnitin die Nervenwachstums-Sensitivität verbessert. (3)

In einigen Erfahrungsberichten wird von einer anxiolytischen und gedächtnissteigernden Wirkung berichtet, was darauf schliessen lässt, dass es eine Synergie zwischen Hericium und Bacopa Monnieri gibt.

Struktur, Wirkstoff & Aufnahme

Die meisten Forscher sprechen von zwei Hauptwirkstoffen: Hericenone und Erinacine. Hericerone sind im Fruchtkörper des Pilzes enthalten, Erinacine werden aus dem Myzel extrahiert. (4) Beide enthalten einige Untergruppen-Stoffe (Bsp: Hericenone A - J) welche den Nervenwachstumsfaktor stimulieren.

hericinon-A

Chemische Struktur von Hericinon-A

Im Moment ist es noch nicht wissenschaftlich belegt, ob Igel-Stachelbart die Blut-Hirn-Schranke passieren kann - jedoch ist davon auszugehen.

Nutzen & Wirkung

Nervenwachstum nach Verletzungen

In einer Tier-Studie wurde an 18 Ratten die neuroregenerative Wirkung von Löwenmähne untersucht. Bei der Placebo-Gruppe konnten anfangs kaum Verbesserungen festgestellt werden, in der Löwenmähne-Gruppe hingegen, beobachtete man eine erhöhte Nervenregeneration durch Neurogenese. (5)

Verbesserte Wundheilung

wunde

Hilft es auch bei Wunden?

Eine topische Applikation von Hericium scheint die Wundheilung zu verbessern. Forscher berichteten von einer verkürzten Narbenlänge und erhöhten Blutgefäßkonzentration. (6)

Beta-Amyloid (wird mit Lern- und Gedächtnisdefiziten in Verbindung gebracht)

Beta-Amyloid verringert die kognitive Leistung von Nagetieren. Mäuse, denen Beta-Amyloid zusammen mit Lion's Mane-Extrakt verabreicht wurde, wiesen eine verbesserte Gedächtnisleistung im Vergleich zur Beta-Amyloid-Gruppe auf. (7)

Rückgang von kognitiven Beeinträchtigungen bei älteren Menschen

In einer Versuchsreihe sah man einen Rückgang der Symptome bei 30 japanischen Teilnehmern (Alter: 50 - 80), welche an kognitiven Störungen litten. Interessanterweise sanken die Testergebnisse 4 Wochen nach der Behandlung ab, was darauf schliessen lässt, dass Löwenmähne dauerhaft eingenommen werden müsste, um eine Steigerung der mentalen Fähigkeiten aufrechtzuerhalten.

Abfall von Depressionen

In einer Studie wurde die Wirkung von Lion's Mane bei Frauen getestet wurde, die sich in der Menopause befanden. Nach 4 Wochen stellten die Forscher im Vergleich zur Placebo-Gruppe einen Rückgang von Depressionen, Reizbarkeit, und Angststörungen fest. (2)

Wirkungsweise

Mehrere Studien belegen: Igelstachelbart erweitert die Ausschüttung von NGF (Nervenwachstumsfaktor; nerve growth factor). Verantwortlich dafür sind höchstwahrscheinlich die Hericenone und Erinacine. (9)(10)

In einer Forschungsarbeit zeigten menschliche Astrozyte eine erhöhte NGF-Ausschüttung. (8)

Nebenwirkungen​

Hericium​ ist schon seit Jahrtausenden ein fester Bestandteil der asiatischen Küche und wird vom Menschen gut vertragen.

Vereinzelt wird von Magen-Darm-Störungen berichtet.

Referenzen