Acetyl-L-Carnitin: Eine verbesserte Form von L-Carnitin

Acetyl-L-Carnitin (ALCAR) ist eine Carnitin-Form, der eine zusätzliche Acetylgruppe hinzugefügt wurde, welche es L-Carnitin ermöglicht, die Blut-Hirn-Schranke zu passieren.

Carnitin ist eine essentielle chemische Verbindung, die der Körper aus den Aminosäuren Lysin und Methionin herstellt. Es verbessert den Fettstoffwechsel der Mitochondrien, welche eine bedeutende Rolle in der Energieversorgung des Körpers spielen.

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Wir nehmen es hauptsächlich über Nahrungsquellen (Fleisch, Käse, Milch) auf. Die Supplementform wird industriell hergestellt. Als Nahrungsergänzungsmittel eignet sich Acetyl-L-Carnitin besser als normales Carnitin, da ALCAR eine höhere Bioverfügbarkeit besitzt.

fleisch in pfanne

Es kommt auch in fleischhaltigen Lebensmitteln vor

Es wird auch als Nootropikum eingesetzt, und ist vielen Stacks als Ergänzungsstoff aufzufinden, da es die Wirkung von anderen Nootropika unterstützt. Es lässt sich bestens in Kombination mit Racetamen oder Alpha-GPC einsetzen.

Carnitin werden neuroprotektive Eigenschaften und kognitive Leistungssteigerungen zugesprochen wie z.B:

  • ​Erhöhte Aufmerksamkeitsspanne
  • Erweiterte Gedächtniskapazität
  • Klare Gedanken
  • Gesteigertes Lern- und Denkvermögen

Es ist oft zu lesen, dass Carnitin die Fettverbrennung fördert, jedoch wird dies in den vorliegenden Studien nicht bestätigt. Der erhöhte Fettverlust ist wohl auf die gesteigerte Aktivität der Menschen zurückzuführen, welchen mehr Energie durch die Einnahme von ALCAR zur Verfügung steht.

Andere Bezeichnungen: L-Acetylcarnitin, ALC, Levacecarnin, O-Acetyllevocarnitin-hydrochlorid, TA-803​

Acetyl-L-Carnitin Übersicht

Gut für:

energie

Energie

konzentration

Konzentration

stimmung

Stimmung

acetyl-l-carnitin struktur

Die chemische Strukturformel

  • Acetylcarnitin ist eine Abwandlung von L-Carnitin, welches unser Körper natürlich herstellt.
  • Durch die zusätzliche Acetylgruppe kann das Carnitin die Blut-Hirn-Schranke leichter durchdringen, wodurch es zu einem effektiveren Nahrungsergänzungsmittel wird.
  • Es Verbessert die Herstellung von Acetylcholin und steigert den Stoffwechsel der Mitochondrien, wodurch dem Körper mehr Energie bereitgestellt wird.
  • Einige nootropische Eigenschaften: Es hebt die Stimmungslage, verbessert das Konzentrations-, Lern- und Denkvermögen, und erhöht die Aufmerksamkeitsspanne.
  • ALC wird eine große Anzahl von gesundheitsfördernden Eigenschaften zugeschrieben. Mehr dazu hier.
  • Dosierung: 500 - 2000mg pro Tag. Üblicherweise wird es in mehrere Einzeldosen aufgeteilt und an unterschiedlichen Tageszeiten eingenommen.
  • Im Stack: Es sollte eigentlich in keinem Stack fehlen. Es entfaltet eine stärkere Wirkung in Kombination mit Racetamen oder Cholin.
  • Es weist wenige Nebenwirkungen (Kopfschmerzen, Übelkeit) auf, und ist in der empfohlenen Dosierung gut verträglich.

Geschichte & Rechtliches

Acetyl-L-Carnitin wurde in Europa schon in den frühen 1980er Jahren als Arzneistoff gegen Herz- und Gehirnkrankheiten zugelassen. In Amerika ist es erst seit 1994 in freien Handel erhältlich, wo es bis heute offiziell als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich ist.

​In Deutschland ist es nicht als Nahrungszusatzstoff zugelassen, kann aber in Pulver- oder Kapselform gekauft werden.

Dosierung​

Als Standarddosis wird 500 - 2000mg (0,5 - 2g) pro Tag empfohlen.

Sie kann als Einzeldosis eingenommen oder auf mehrere Dosen aufgeteilt werden. Anfänger wählen eine etwas kleinere Menge (500mg 2x pro Tag), und erhöhen nach und nach die Tagesdosierung (wenn überhaupt).

Im Stack

ALCAR wird in den meisten Fällen nie alleine angewendet. Es entwickelt eine hervorragende Symbiose mit anderen Nootropika, und ist in vielen Stacks als Ergänzung vorzufinden.

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Es verträgt sich gut mit Racetamen (Bild: Piracetam)

Es wird meistens mit einer Cholinquelle angewendet, mit welcher es in Synergie die Acetylcholin-Herstellung fördert.

In Verbindung mit Racetamen oder Ampakinen beobachtete man ebenfalls einen gegenseitigen Nutzen. Die erhöhte Acetylcholin-Produktion beeinflusst die Wirkung der Racetame (wirken als Acetyl-Cholin-Synergisten) positiv. Carnitin schützt vor Glutamat-Überschuss im Gehirn, welcher durch Ampakine (Bsp: Sunifiram, Unifiram) hervorgerufen werden könnten.

Weitere Infos zur Einnahme

ALCAR ist in Tabletten- und Pulverform erhältlich. Aufgrund seiner Wasserlöslichkeit ist kann es auch getrunken werden.

Bei oraler Einnahme erreicht es seine Höchstkonzentration im Blut nach 3 - 4 Stunden. die Halbwertszeit beläuft sich auf ca. 4 - 5 Stunden (variiert individuell). (1)

Wirkung

Carnitin wurde bereits eine sehr große Menge an möglichen Gesundheits-Vorteilen zugesprochen, überwiegend gehe in diesem Artikel nur auf jene ein, die unsere kognitiven Fähigkeiten beeinflussen.

Eine ausführlicheren Artikel zu L-Carnitin finden sie auf examine.com

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Positive Wirkung auf Lern & Denkvorgänge

​Gedächntis, Lernfähigkeit & Alzheimer

In vielen Quellen wird auf Acetyl-L-Carnitins gedächtnissteigernde Wirkung hingewiesen, jedoch sollte man wissen, dass die meisten Tests bei älteren Menschen durchgeführt wurden. Da im Alter die geistige Leistungsfähigkeit abnimmt, heisst das nicht, dass sich die gleiche nootropische Wirkung auch bei jungen (gesunden) Menschen entfaltet.

Laut einiger Studien scheint ALC kognitiven Verfall - welcher von Alzheimer hervorgerufen wird - zu verringern. (8)(9)(11)

Auch bei gesunden älteren Menschen wurde eine Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten festgestellt. (6)(7)​(11)

Es gibt eine​ Studie, bei der gesunden Teilnehmern DL-Carnitin zugeführt wurde und im Vergleich zur Placebo-Gruppe keine mentalen Fortschritte beobachtet wurden. Allerdings ist zu beachten, dass in dieser Versuchsreihe kein ALC oder L-Carnitin angewendet wurde, sondern DL-Carnitin. (10)

  • ALC scheint gegen den Verfall der kognitiven Fähigkeiten wirksam zu sein, jedoch ist seine Wirkung bei gesunden Menschen nicht bewiesen.

Stimmung & Depressionen

Die Nahrungsergänzung mit Acetyl-L-Carnitin zeigte eine gesteigerte Gemütslage und gelinderte Depressions-Symptome in älteren Patienten. (12)

Aufmerksamkeitsspanne

Kindern (Alter 6 - 13), denen man 8 Wochen lang täglich 100mg/kg (max. 4000mg) hatte, wiesen eine signifikante Reduktion von ADS Symptomen auf. (13)

Neuroprotektion

ALC scheint einige antioxidantische Enzyme wie Superoxid oder Dismutase zu stabilisieren und vor mitochondrialen Schäden (z.B. durch Ethanol) zu schützen. (14)(15)

Eine andere Forschungsarbeit weist auf ALCs Schutzfunktion vor amyloid-beta verursachter neurotoxizität (ATP) hin. Ein Abfall von ATP wird mit neurodegenerativen Krankheiten wie Alzheimer in Verbindung gebracht.

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Es wird auch als Preworkout-Supplement angewendet

Eine Studie weist auf eine Steigerung des Enzyms Hämoxygenase hin. (16)

Erschöpfungserscheinungen

Acetylcarnitin wurde der Nahrung von Nagetieren beigefügt. Am Ende der Versuchsreihe wiesen die Tiere eine erhöhte Geh-Aktivität auf, bei älteren Versuchstieren wurde dieser Effekt in einem besonders großen Umfang beobachtet. (17)(18)

Auch in Human-Studien wurden verringerte Erschöpfungszustände festgestellt. (19)(20)

Reduzierung von Ammoniak

Ammoniak ist ein Beiprodukt von Aminosäuren, welches einige Krankheiten wie z.B. hepatische Enzephalopathie verursacht.

Besteht eine Leberentzündung, kann das Ammoniak (natürliches Abbauprodukt von Eiweißen) die Blut-Hirn-Schranke durchdringen und ins Gehirn gelangen. Dabei kann die Krankheit hepatische Enzephalopathie entstehen, bei der Symptome wie Merkschwierigkeiten, Aufmerksamkeitsstörungen, und Konzentrationsschwäche auftreten.

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Es erhöht die Potenz von Männern

In vier Studien wurde ein Rückgang von Ammoniak im Blut und verbesserte kognitive Funktionen bei Teilnehmern mit h. Enzephalopathie oder Leberschäden gemessen. (2)(3)(4)(5)

Fruchtbarkeit & Errektionsstörungen

In einer Studie mit subfertilen Männer, sah man Verbesserungen der Spermaqualität (Spermien mit mehr Energie und erhöhter Konzentration im Ejakulat)​. (21)

Außerdem wird von einer möglichen Behandlung bei Erektionsstörungen berichtet. (22)

Wirkungsweise​

1. Acetyl-L-Carnitin Wirkungsmechanismus besteht größtenteils aus der Aufgabe die Produktion des Neurotransmitters Acetylcholin im Gehirn anzukurbeln (mit Hilfe einer Cholinquelle).

Acetylcholin (ACh) ist einer der wichtigsten Neurotransmitter (Botenstoffe) im menschlichen Körper. Er steuert lebenswichtige Funktionen wie Herzschlag, Verdauung, Atmung, und Blutdruck, darüber hinaus ist er an mentalen Vorgängen wie der Gedächtnisbildung und der Lernfähigkeit beteiligt.

Ein Abfall von Acetylcholin steht mit einigen geistigen Erkrankungen wie Demenz, Alzheimer, oder Parkinson in Verbindung.

eine gehirnzelle im detail

Eine Gehirnzelle im Detail

2. Es hilft dem Körper Fettsäuren (besonders langkettige Fettsäuren) in die Mitochondrien zu transportieren. Mitochondrien sind für die Energiezufuhr - genauer gesagt der Umwandlung von Nährstoffen in Energie - zuständig.

Nebenwirkungen

Acetyl-L-Carnitn ist ein sicherer Stoff, der vom Körper auf natürliche Weise produziert wird, und ausgezeichnet vertragen wird.

In therapeutischen Dosen weist Carnitin keine toxische Wirkung auf. Bei Überdosierungen können Nebenwirkungen wie Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Übelkeit, und Durchfall auftreten.

Bei einer Einnahme in Verbindung mit Cholin können Kopfschmerzen entstehen, was wohl an dem überschüssigen Acetylcholin liegt. Um dem entgegenzuwirken, reduziert man einfach die Cholinmenge oder setzt es ganz ab.

In einer Versuchsreihe, bei der den Teilnehmern 3 Wochen lang 3g täglich zugeführt wurde, sah man keine Nebenwirkungen. (24)

Referenzen

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